Es hat sich viel ergeben seit dem
letzten Bericht. In der Regel wird hier jeden Monat über die Jungs aus Raleigh
berichtet - diese Saison ist das nun anders ausgefallen. Irgendwie hatte ich
die Kraft nicht, fehlende Lust aber dazu später. Damit dieser Blogg nicht ganz
verkümmert wird die abgelaufene Saison aufgearbeitet. Ich werde dies in die
Monate aufsplittern und jeweils die wichtigsten Ereignisse umreissen. Beginnen wir also mit dem Monat
Oktober.
01.10. - 31.10.18
Im Oktober
absolvierten die Canes 7 Hauptrundenspiele. Die magere Ausbeute von 7 Punkte
liess nichts Gutes für den weiteren Verlauf der Saison ahnen. Die
Leistungsträger, allen voran Auston Matthews, blieben unter den Erwartungen.
Auch Stammkeeper Andersen, welche alle sieben Partien spielte konnte nicht die
Ruhe ausstrahlen von welcher man bei ihm gewohnt ist.
Dann kam der 27.
des Monats. GM Weber konnte mit dem Trade von Colin White zu den Sens das
Talent Philipp Kurashev und den Goalie Elvis Merzlikins in die Organisation
lotsen. Einige Pressefuzzis lamentierten mal wieder, dass man mit White einen
starken Center verloren habe und mit Kurashev nicht annähend Ersatz erhalten
habe. Zudem sei Merzlikins zu alt und nicht für die NHL geschaffen. Die Zukunft
wird es zeigen. Kurashev spielte eine starke letzte Juniorensaison, blühte an
der WM in der Slowakei auf und ist ein grosses versprechen für die Zukunft.
Merzlikins wird als Nachfolger von Cam Ward ein solider Backup sein.
01.11. - 30.11.18
Der November war
kalt und grau. Die Canes mussten in der Liga nur 4 Partien austragen. Mit einem
einzigen Sieg (3-2 vs NJD) war die Punkteausbeute noch mieser als im Vormonat.
Da sich der Transfermarkt als trockener als die Wüste Gobi erwiese, konnte man
auch nicht reagieren. Mit den immer weniger Teams in der Liga wird es Zusehens
immer weniger Trades geben. Die starken Teams haben sich mit Topspielern
eingedeckt. Teilweise durch sehr fragwürdige Trades (man Erinnere sich an Roman Josi) sind diese an die Topspieler
gekommen. Die Schere geht immer weiter auf und die kleinen Teams wie die Canes
(hatten zum wiederholten Male das niedrigste Budget der Liga) werden kaum eine Chance haben sich zu
verbessern. Trotzdem konnte sich GM Weber mit einem Trade einen Wunschspieler
ergattern. Mit dem Schweizer Abwehrspieler Jonas Siegenthaler kommt ein
Talent für die Zukunft.
01.12. - 31.12.18
3 Spiele und 4
Punkte. Schon eher so stellte sich das Management die Saisonausbeute vor. Die
Schlüsselspieler kamen nun besser in Fahrt. An der Transferfront gab es keine
News zu berichten.
01.01. - 31.01.19
Wie gewonnen so
zerronnen. Der Januar mit sieben Partien wieder mit einem hohen Rhythmus. Die
erspielten Zähler (deren 6) eine herbe Enttäuschung. Man geriet wieder in das
alte Fahrwasser. Teilweise wurde man vorgeführt. Auf dem Transfermarkt war
nichts mehr zu holen und mögliche Deep-Chart Spieler konnten nicht den
notwendigen Esprit hochspülen.
01.02. - 31.03.19
Zwei Monate konnten
die Canes aus technischen Gründen nicht antreten. Eine üble Blue-Screen-Epidemie
war der Grund. Es blieb nichts anderes übrig als sich einen neuen Rechner zu
besorgen und diesen wieder mit Windoof 7 zu beelenden. Die Umbauarbeiten
dauerten an und so verstrich die Zeit Zusehens.
01.04. - 30.04.19
Die Canes are back!
Mit 10 Punkte aus 6 Spielen läutete man das Playoffrace ein. Die zweimonatige
Pause tat gut und man konnte mit frischen Kräften ans Werk.
01.05. - 31.05.19
13 Spiele in 30
Tagen. Eine gewaltige Serie von Partien stand an. Trotzdem konnte man weiter
fleissig Punkte (deren 19) aufs Konto schreiben. Am Ende war mit Platz 6 eine
der besten Regulars Season der Lohn für die Arbeit. Nun bereitete man sich auf
die bevorstehend Playoffs vor. Mit Edmonton wartete mal nicht Dauerbrenner
Philadelphia in der ersten Runde um Lord Stanley.
Playoff 1/4 Finale
vs Edmonton Oilers (Oilers win's Serie 4:1)
Game 1 / @Rogers
Place
Mit einer 1:6
Niederlage in die Playoffs zu starten war brutal. Es zeigte auf, dass es sehr
schwierig werden würde, hier weiter zu kommen. Lange konnten die Canes das
Spiel offen gestalten. Bis zur 42. Minute lag man "nur" mit 2:0
zurück. Doch dann kamen die fatalen 11 Minuten. 4 Mal schenkten die Gastgeber
den völlig überforderten Gästen ein. Teilweise mit glänzend vorgetragenen
Angriffen über mehrere Stationen. Der Block um Eberle sorgte für den Unterschied.
Game 2 / @Rogers
Place
Die Ölmänner waren
sich der Sache zu Beginn wohl zu sicher. Doch diesmal liessen sich die Canes
nicht überrumpeln und wehrten die Angriffsversuche Mal für Mal ab. Der erste
Treffer viel erst spät (52. Minute). Klefbom reüssierte im Powerplay für die
Hausherren. Diesmal jedoch zerfielen die Canes nicht. Mit grossem Kampf und dem
notwendigen Fortüne konnte Rask in der 60. Minute ausgleichen. Dabei setzte
sich der Center an der rechte Bande durch, spielte die Scheibe über Foegele zu
Eric Staal. Dieser bediente dann mustergültig den gut positionierten Rask. Dessen Handgelenkschuss flog über die linke Schulter des Schlussmanns der Oilers
in Netz. Ein bis dahin nicht unverdienter Treffer, geschuldet der grossen
Opferbereitschaft der Mannschaft aus Raleigh. Eine nicht gegebene klare Strafe gegen
die Oilers, eine dafür sehr fragwürdig geahndete gegen die Gäste entschied dann
in der ersten Overtime das Spiel. Chara sass noch für 43 Sekunden in der
Kühlbox als Mika Zibanejad der Treffer gelang. Canes Captain Dumoulin war
ausser sich und schlug seinen 550.- Dollar teuren Karbonstock wütend gegen die
Torumrandung. Das Arbeitsgerät zerbarst unter der Wucht in seine Einzelteile.
Game 3 / @PNC
Arena
Ein Spiel geprägt
von vielen Strafen und "John-Wayne" Hockey. Die Stimmung in der
ausverkauften Arena einmalig. Anstelle Schlussmann Andersen stand mit Linus
Ullmark die Nummer Drei im Kasten der Canes. Ohrenbetäubend der Lärm, als
Jordan Staal im dritten Drittel mittels Hammer von den Blauen Linie die
Hausherren in Front schoss. Es war ein Unterzahltor, herrlich bedient von
seinem Bruder Eric. Ullmark liess sich nicht bezwingend und auch sein
Gegenüber, Dubnyk, liess keine weiteren Scheiben passieren. So gewannen die
Canes das Spiel und weckten leise Hoffnungen doch noch etwas reissen zu können.
Game 4 / @PNC
Arena
Wer die Tore nicht
schiesst bekommt sie - 5 Dollar ins Phrasenschwein! Die Canes erspielten sich
in den ersten 18 Minuten einige gute Möglichkeiten. Doch es war Klefbom der
seine Farben in der 19. in Führung schoss. Als Panik und Faulk innert knapp
zwei Zeigerumdrehungen zum 0:3 erhöhten war die Luft draussen. Der
Schlussabschnitt plätscherte dahin. Die Oilers kontrollierten das Spiel und
schaukelten den Sieg nach Hause.
Game 5 / @Rogers
Place
Erneut ein Spiel
geprägt von (zu) vielen Strafen. Die Unparteiischen waren Mal für Mal
überfordert und stellen unter der Unsicherheit meist die falschen Spieler auf
die Strafbank. Die Tore fielen bis zur 60. Minuten Gleichheit der Tore. Perron
brachte das Heimteam in der 15. Minute in Front. Jordan Staal (wieder ER!) und
Aho drehten das Score bis zur 48. Minute. Brock Nelson gelang in der 57. der
viel umjubelte Ausgleich. Wiederum musste eine Verlängerung entscheiden und nun
hiess es Saisonende oder Spiel 6 für die Canes.
In der ersten
Verlängerung neutralisierten sich die Equipen. Beide Parteien hatten Chancen
gehabt die Partie zu entscheiden, doch beide Schlussmänner hielten dicht. Die
zweite Verlängerung begann. Man spürte die Müdigkeit, insbesondere bei den
Canes. Bis auf Schlussmann Ullmark, welcher teilweise mirakulös sich gegen das
drohende Ausscheiden wehrte. Die Oilers nutzen geschickt die Unfähigkeit der
Refs aus und neymarten massiv. Mal für mal stellen die Männer an der Pfeife
Spieler der Canes in die Kühlbox. Das zehrte an den Kräften. In der 79. Minute
war es dann soweit. Ein schlechter Wechsel der Gäste führte zu einer 3:1
Situation. Brock Nelson scheiterte zwar noch zweimal am exzellenten Schlussmann
Ullmark. Beim dritten Nachstochern flutsche dann die Scheibe über die Linie und
die Partie und somit die Saison für die Canes vorüber. Nach dem obligaten
Handshake schlichen die sichtlich enttäuschten Gäste vom Eis Richtung Kabine. Nach
dem Spiel wollte keiner der Protagonisten aus Raleigh zum Interview kommen. Es dauerte
eine Weile bis die Kabinentür geöffnet wurde. GM Weber trat gefasst vor die
Medien. Gratulierte zuerst den Oilers zum Weiterkommen und lobte dann die Moral
seiner Mannschaft. "Ich glaube da wächst etwas wunderbares zusammen"
waren seine letzten Worte, bevor er Richtung Hallenausgang marschierte -
blickte nochmals zurück, zwinkerte in die Kameras und ein Lächeln welches über
sein Gesicht huschte war nicht zu übersehen.
GM Lucas trat
ebenfalls noch für ein kurzes Statement vor die Mikrophone
"Überraschend
an der Serie war für mich, dass beide Teams (das erste Spiel ausgenommen)
defensiver gespielt haben als sonst. Edmonton ging weniger Risiko im Angriff
ein und Carolina verstand es gut das Spiel in der neutralen Zone zu
verlangsamen und so das Forechecking von Edmonton ins Leere laufen zu lassen.
Auch in Unterzahl beschränkte sich Carolina meistens darauf abzusichern, statt,
wie öfters in der Regular Season, auf den Shorthander zu drängen. Dadurch
wurden drei der fünf Spiele zu knappen Zitterpartien, von denen zwei erst in
der ersten, bzw. zweiten Overtime entschieden werden konnten. Das hat die Serie
spannender gemacht, als der Endstand von 4:1 Spielen vermuten lassen
könnte."
Am darauf folgenden
Morgen um 1300 wurde die ordentliche Pressekonferenz in der PNC Arena einberufen.
Nebst GM Weber, waren mit Coach Rod Brind’Amour und Captain Brian Dumoulin, welcher Sichtlich müde und angeschlagen
wirkte, auf dem Podium versammelt.
Zuerst wurde kommuniziert,
dass Auston Matthews (Finger), Frederik Anderes (Rippe) und Jordan Staal
(Handgelenk) 3 Leistungsträger mit Verletzungen in die Serie gestartet waren.
Im Laufe der Serie kam mit Chara (Kieferbruch) und Aho (Knie) weitere Spieler
hinzu welche nicht 100% Fit spielten. Ebenfalls wurde kommuniziert, dass nun
die üblichen Abschlussgespräche mit ALLEN Spielern stattfänden und sich dann
der Staff über die weitere Kaderplanung vertieft auseinander setzen wird.
Aktuell haben 25 Spieler (1 Goalie / 6 Verteidiger /18 Stürmer) laufende Verträge. Ob alle
bleiben werden oder sich aus diesen noch Jungs verabschieden ist aktuell offen.
Rod Brind’Amour wird als Coach bleiben. Zudem steht bald der Draft an,
auch dort wird man sich mit den üblichen Vorbereitungen auseinandersetzen.
Wir bleiben wie immer dran.